15. Arbeitsgebiet: Futterpflanzen, Gräser

Ansprechpartner:
Dr. Stephan Hartmann, Freising
Den Termin des nächsten AG-Treffens finden Sie unter "Neuigkeiten" im GPZ-Terminkalender! Hier finden Sie auch die aktuellen Programme der Veranstaltungen sowie Informationen zur Anreise, etc..
Bericht des Treffens vom 3.November 2009 in Bonn
Vortragstagung gemeinsam mit dem DLG-Ausschuss „Gräser, Klee und Zwischen-früchte“
- 75 Teilnehmer -
Organisation: Dr. Stephan Hartmann, LfL Freising Weihenstephan,
Joachim Hütter, DSV Lippstadt, Dr. Reinhard Rossberg, DLG Frankfurt
Auf Grund der runden Zahl Stand bei der 50. Vortragsveranstaltung mit dem Motto „The global grass seed production and markets“ die Situation der Grassamenvermehrung weltweit und runter gebrochen auf Europa bzw. Deutschland im Vordergrund.
Vermehrung:
In seinem Vortrag “An Overview of the Oregon Grass Seed Industry” gab William C. Young (Oregon State University, USA) Informationen über sein Heimatland Oregon hinsichtlich Geographie, landwirtschaftlicher Produktion und Grassamenproduktion. Michel H. J. Nas (Nas Consultancy, Niederlande) stellte in seinem Beitrag „Changes of Holland’s role in the agricultural seed market since the past 10 years“ in anschaulicher Weise die vergangene und gegenwärtige Situation sowie einen Ausblick in die Zukunft der Grassamenproduktion in Holland dar. Über „Dänemark – Europas größter Gräserproduzent – Entwicklungen und Zukunftsaussichten“ berichtete Carsten Jörgensen (Hunsballe Froe, Dänemark). In seinem Vortrag gab er einen Überblick zu Flächenanteil und Erträgen der dominierenden Gräserarten in der Samenproduktion und zeigte die allgemeine Situation in der Gras- und Kleesamenproduktion in Dänemark sowie eine Aussicht auf die kommenden Jahre. Dr. Bohumir Cagaz (Oseva Pro s.r.o., Tschechien) referierte über die Historie der Grassamenproduktion in der Tschechischen Republik vom 20. Jahrhundert bis heute und die technischen und pflanzenbaulichen Entwicklungen während dieses Zeitraums. In seinem Vortrag „Deutschland – ein großer Gräsermarkt – Entwicklungen und Aussichten von Eigenversorgung und Importen“ stellte Dr. Axel Kaske (Euro Grass, Lippstadt) Produktion und Verbrauch in Hinblick auf die deutsche Samenproduktion von Gräsern und Leguminosen im Futterbau- und Rasensektor vor. Auch ging er auf die Marktstellung von Deutschland im europäischen und weltweiten Vergleich ein. Alexander Audrit (Vermehrer, Reipeldingen) stellte in seinem anschaulichen Vortrag „langjähriger Grassamenbau und Ergebnisse im eigenen Betrieb“ seine Erfahrungen als Saatgutvermehrer dar.
Züchtung und Sortenprüfung:
Dr. Stephan Hartmann (Lfl Bayern, Freising) referierte über die „Reformen der Sortenprüfung bei Futterpflanzen in Deutschland 2006 – Wirkung und Umsetzung am Beispiel der Ländergruppe Mitte-Süd“. Hierzu berichtete Dr. Hartmann über die Entwicklungen die zu der heute angewandten Sortenauswertung geführt haben und zeigt wie die LSV’s zukünftig dargestellt werden. In dem Vortrag „NIRS-Online – Stand und Perspektive der Einführung bei privaten Züchtern und im staatlichen Versuchswesen“ erläuterte Dr. Ulf Feuerstein (Euro Grass, Lippstadt) die Funktionsweise von NIR und die derzeitige Anwendung im Rahmen der 2007 gegründeten NOFUG.
Pflanzenschutz und -krankheiten:
Klaus Gehring (LfL Bayern, Freising) stellte in seinem Vortrag „Pflanzenschutz in der Grassamenproduktion und Feldfutterpflanzenvermehrung – Stand und Perspektiven“ die historische Entwicklung im Bereich des Pflanzenschutzes in der Grassamenproduktion vor und gab einen Überblick zu den aktuell zugelassenen Herbiziden und Insektiziden - sowie zu den Pflanzenschutzmitteln in Feinleguminosen und Zwischenfrüchten. Abschließend ging er auf die zukünftigen Perspektiven und Herausforderungen im Pflanzenschutz der Grassamenproduktion ein. Dr. Franz Xaver Schubiger (ART, Zürich, Schweiz) gab in seinem Vortrag „Blattfleckenkrankheiten der Gräser in der Schweiz“ einen kurzen Umriss über die Biologie der Blattfleckenkrankheiten bei verschiedenen Gräserarten und charakterisierte im Anschluss ausgewählte Krankheiten (z.B. Drechslera, Mastigosporium, Rhynchosporium, Colletotrichum) näher.
Berichte von Veranstaltungen:
Dr. Alexandra Gay (Saatzucht Steinach, Steinach) berichtete in dem letzten Vortrag des Tages in anschaulicher Weise von der letzten Eucarpia-Tagung in La Rochelle, Frankreich.
Bericht des Treffens vom 4.November 2008 in Bonn
Vortragstagung gemeinsam mit dem DLG-Ausschuss „Gräser, Klee und Zwischenfrüchte“
- 67 Teilnehmer -
Organisation: Dr. Stephan Hartmann, LfL Freising Weihenstephan,
Joachim Hütter, DSV Lippstadt, Dr. Reinhard Rossberg DLG Frankfurt
Zum zweiten Mal fand die gemeinsam mit dem DLG-Ausschuss „Gräser, Klee, Zwischenfrüchte“ durchgeführte Fachtagung der GPZ Arbeitsgruppe „Futterpflanzen, Gräser“ in Bonn statt. Und auch in diesem Jahr konnte die Veranstaltung nach 2007 wieder einen Teilnehmerzuwachs verzeichnen.
Pflanzenzüchtung:
U. K. Posselt (Universität Hohenheim, Stuttgart) sprach zum Thema „Geographische Distanz, Diversität und Heterosis“. Anhand dialleler Kreuzungen wurde der Zusammenhang zwischen Ertragsleistung und geographischer Distanz untersucht. – M. Braun (BSV GmbH, Ismaning) stellte die Ergebnisse ihrer Diplomarbeit zum Thema „Wurzel- und Sprossleistung verschiedener Kleegrasmischungen“ vor. Allgemein lässt sich sagen, dass im Rahmen dieser Arbeit die Zusammensetzung der Kleegrasmischung einen erheblichen Einfluss auf die gebildete Wurzelmasse hatte. – B. Boller zeigte in seinem Vortrag „Ökotypen von Welschem Weidelgras aus Schweizer Naturwiesen sind oft leistungsfähiger als empfohlene Zuchtsorten“ die Ergebnisse aus einer Studie, in welcher verschiedene Schweizer Ökotypen und Zuchtsorten in den Merkmalen Ertrag und Krankheitsresistenz miteinander verglichen wurden. Hierbei zeigte sich, dass die untersuchten Ökotypen in Ertrag und Resistenz gegen Fusarium und Xanthomonas das Mittel der Zuchtsorten übertrafen. – H. Jänicke (Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern) stellte Ergebnisse eines Sortenversuchs mit Hoch-Zuckerreichen Gräsersorten (HZG) vor. In einem Zeitraum von fünf Jahren wurden unter anderem der Zuckergehalt, die Inhaltsstoffe und die Sichtbonituren von HZG mit denen anderer Sorten verglichen.
Biogas:
S. Hötte stellte verschiedene Möglichkeiten im „Zwischenfruchtanbau für die Erzeugung von Biogas“ vor. In seinem Vortrag informierte er über Anbau, Saattechnik und Ertragserwartungen im Zwischenfruchtanbau. Abschließend stellte er die Produktionskosten in ct/Kwh verschiedener Zweit- und Zwischenfrüchte im Vergleich zu Mais dar.
Vermehrung:
Über die Technik der Mantelsaat bei Gräsern, Klee und Luzerne informierte J. Bestajovsky (Feldsaaten Freudenberger). Vorteile sind unter anderem die Eignung für die Übersaat, eine verbesserte Fließfähigkeit des Saatgutes und die Möglichkeit zur Beimischung von Nährstoffen. In Tests wurde nachgewiesen, dass die Keimfähigkeit des Saatgutes nicht eingeschränkt wird. – A. Schaerff (LfULG Sachsen, Dresden) referierte über ein Forschungsprojekt zur Untersuchung der Wirtschaftlichkeit in der Gräservermehrung. Es wurde bei verschiedenen Gräserarten die Rentabilität unter Berücksichtigung der Zahlung von Direktzahlungen betrachtet. – Das im Frühjahr 2008 an der Universität Hohenheim begonnene Projekt zur Untersuchung der Heterogenität in Gräsermischungen wurde von C. Reinhardt (Universität Hohenheim; Stuttgart) vorgestellt. Das Ziel bei diesem, vom BMELV initiierten Vorhaben ist eine einheitliche Verfahrensvorschrift für die Beprobung von Saatgutmischungen zu erarbeiten. – In seinem Vortrag informierte N. Elmegaard von dem Danish Agricultural Council (Copenhagen) über die Entwicklungen in der Gräser- und Kleeproduktion innerhalb der letzten 15 Jahre. – M. Hamann (Euro Grass) zeigte in seinem Vortrag die Entwicklungen am europäischen Gräsermärkt seit 1997/98 auf. – C. Schiefer von der LfULG Sachsen (Nossen) referierte über die Vorgehensweise, die neuesten Entwicklungen und den aktuellen Stand in der deutschen Saatenanerkennung. – Bei der Produktion von Rollrasen wird an das Saatgut und die Mischungen besondere Anforderungen gestellt. M. Boksch vom Deutschen Rollrasenverband (Pattensen) zeigte in seinem Vortrag die Besonderheiten, Probleme und die Entwicklungen die sich in den letzten Jahren in dieser Branche herauskristallisiert haben.
Pflanzenschutz:
Zurzeit wird innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten über Änderungen in der Richtlinie zur Zulassung von Pflanzenschutzmittel diskutiert. K. Gehring zeigte in seinem Vortrag auf, welche PSM von den Maßnahmen betroffen sein können und sprach an, welche Veränderungen sich dadurch für die Grassamenproduktion ergeben können. – B. Licht von der Firma Golf Consulting (Düsseldorf) referierte über verschiedene Rasenkrankheiten und die Möglichkeiten diese zu verhindern, vorzubeugen und zu behandeln. – A. Vogler (LWK NW, Münster) zeigte in seinem Vortrag neueste Versuchsergebnisse zur effektiven Bekämpfung von Schadgräsern in Getreide. – Mit einem sehr anschaulichen Kurzfilm gewährte U. Wyss (Institut für Phytopathologie, CAU Kiel) Einblick in die Lebensweise des Kleespitzmäuschens. Fraßschäden, die das Kleespitzmäuschen während des Heranwachsens verursacht, spielen besonders in der Kleesaatgutproduktion eine große Rolle.
In seinem Schlusswort verabschiedete sich J. Hütter im Namen all seiner Kollegen herzlichst von Dr. U. Posselt und wies auf die besonderen Verdienste hin, die dieser im Laufe seiner beruflichen Laufbahn im Bereich der Pflanzenforschung und Pflanzenzüchtung geleistet hat.
Die Vorträge der Tagung können im Tagungsband zu dieser Veranstaltung nachgelesen werden.
Bezug: Papierform Anfordern bei R.Rossberg@dlg.org - als PDF im Internet wird der Tagungsband nach der Agritechnica verfügbar sein.
Bericht des Treffens vom 6.November 2007 in Bonn
Vortragstagung gemeinsam mit dem DLG-Ausschuss „Gräser, Klee und Zwischenfrüchte“
- 60 Teilnehmer -
Organisation:
Dr. Stephan Hartmann, LfL Freising Weihenstephan,
Joachim Hütter, DSV Lippstadt, Dr. Reinhard Rossberg DLG Frankfurt
2007 fand erstmalig die seit vielen Jahren gemeinsam mit dem DLG- Ausschuss „Gräser, Klee, Zwischenfrüchte“ durchgeführte Fachtagung der GPZ Arbeitsgruppe „Futterpflanzen, Gräser“ nicht mehr Anfang Dezember in Fulda sondern im Rahmen einer zeitlich geschlossenen Veranstaltungsreihe vom 05.11. bis 08.11 mit der Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung e.V. (GFP) und dem FVG (Verein zur Förderung der Versuchstätigkeit im Grassamenbau) unter dem Thema „Züchtungsperspektiven und Saatgutproduktion bei Gräsern, Klee und Zwischenfrüchten“ am 06.11.08 in Bonn statt. Die Tagung wurde gut angenommen und verzeichnete ein erkennbares Teilnehmerplus.
Züchtung und Sortenprüfung:
B. Boelt (Forschungszentrum Flakkenbjerg, DK) referierte über den Einfluss der Ertragskomponenten auf den Samenertrag in der Saatgutproduktion. - Das seit 2004 speziell auf den ökologischen Landbau ausgerichtete Zuchtprogramm an der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (Zürich, CH) wurde von B. Boller, F. X. Schubiger und P. Tanner vorgestellt. Besonders herausgearbeitet wurde die Bedeutung einer quantitativen Berücksichtigung des Unkrautbesatzes bei Leistungsprüfungen im ökologischen Landbau. Diese ist eine wichtige Vorraussetzung, um eine an die Qualität konventioneller Versuche angenährte Trennschärfe zu erreichen. – K. Kaufmann (SZ Steinach) referierte über pilzliche Schaderreger – besonders Fußkrankheiten - bei blauen Süßlupinen. – In dem europaweit angelegten Versuch „Eucarpia Multisite Rust Evaluation“, vorgestellt von F. X. Schubiger und B. Boller (ART, Zürich, CH), zeigte sich, dass es Resistenzgene gibt, die gegen die meisten aufgetretenen Pathotypen wirksam sind. - Unter dem Aspekt der steigenden Bedeutung von sekundären Pflanzeninhaltsstoffen bei Futterpflanzen präsentierte sich der Beitrag von B. Eickler und M. Gierus (CAU, Kiel). Aufgrund zunehmender Verbote von Hilfsstoffen in der Fütterung steigt die Nachfrage an hochwertigen pflanzlichen Inhaltsstoffen. Diese könnten künftige Zuchtziele darstellen.
Vermehrung:
Über die Möglichkeit des Mischanbaus zur Saatguterzeugung bei Ölfrüchten informierte A. Backhaus, die dieses Thema im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der Lfl in Freising bearbeitet hat. Allgemein lässt sich die Aussage treffen, dass Mischbestände eine Möglichkeit zur Erhaltung der Saatgutproduktion im Inland für den ökologischen Landbau darstellen können. – C. Hackl (SZ Steinach) stellte das Projekt „Einzelpflanzenbestände zur Produktion von Saatgut“ vor. In lockeren Einzelpflanzenbeständen kann der Samenertrag deutlich optimiert werden. Im Rahmen des Projektes soll eine geeignete Aussaattechnik von Einzelkörnern, sowie eine angepasste Saatgutvorbehandlung erarbeitet werden. – R. Richter (LfL Sachsen) referierte über die Ergebnisse, Analysen und Trends der sächsischen Grassaatproduktion. – Die Niederlande verfügen über eine lange und traditionsreiche Geschichte in der Gräserzüchtung und Gräservermehrung. In seinem Beitrag informierte S. Bil (Euro Grass B. V., NL) über die Entwicklung der Firmenstrukturen der Vermehrungsflächen, gängigen Anbau- und Ansaatverfahren sowie das holländischen System zur Festlegung der Vermehrerpreise. – Über die aktuelle Lage am Grassamenmarkt berichtete A. Kaske (Euro Grass). Aspekte waren die internationalen Trends, die Situation an den europäischen Märkten und die daraus resultierende Situation von Produktion und Absatz in Deutschland. – U. Henser (Syngenta Agro) stellte ein neues Produkt zur Bekämpfung von Schadgräsern in Getreide vor.
Biogas:
Auch in diesem Jahr wurde die energetische Nutzung von Pflanzen behandelt. E. Sticksel (LfL, Freising) stellte Ansätze zur Optimierung von Biogasfruchtfolgen für bayerische Bedingungen vor. – In dem Beitrag von J. Clemens, S. Wulf, K. Spoth (Universität Bonn), F.- F. Gröblinghoff (FH Soest) , wurden Batch- und kontinuierliche Versuchsansätze zur Abschätzung des Biogasertrags miteinander verglichen.
Berichte zu Veranstaltungen und Institutionen:
Berichte zu interessanten Veranstaltungen im abgelaufenen Jahr dienen der Information und als Hinweis für jene Teilnehmer, die diese Veranstaltungen nicht besuchen konnten. So berichtete J. Hütter (DSV) über die 6. Internationale Herbage Seed Conference, die vom 18. – 20. Juni 2007 in Südnorwegen stattfand. Eine Übersicht der Inhalte ist im Tagungsband der DLG verfügbar. Der Tagungsband der Internationale Herbage Seed Conference besitzt die ISBN 978-82-17-00234-5.
Im Anschluß informierte M. Baimler (SZ Steinach) über die diesjährige Eucarpia – Tagung. Das Treffen der Futterpflanzen und Rasengräsersektion fand vom 19. – 23. August 2007 in Kopenhagen, Dänemark, statt. Es wurden Vorträge zu Saatgutproduktion, angewandte Genetik, Futterqualität und nachwachsende Rohstoffe gelesen. Das Book of Abstracts ist im Internet unter
http://www.eucarpia.org/02meetings/Abstract_book_Version_final.pdf abrufbar. - U. Feuerstein (Euro Grass Breeding)und C. Paul (FAL) berichteten über die Gründung der NIRS-Online Forage User Group – NOFUG am Rande der EUCARPIA – Tagung. Weiterhin wiesen sie auf aktuelle Entwicklungen der NIRS-Technik hin und zeigten die aktuellen Möglichkeiten und Grenzen im Bereich des Feldversuchswesens bei Futterpflanzen auf. - Schließlich zeigte J. Hütter (DSV) in einem Vortrag mit treffenden Bilden einen Überblick der diesjährige Fachexkursion des DLG- Ausschusses für Gräser, Klee und Zwischenfrüchte, die vom 9. – 11. Mai 2007 in Dänemark stattfand. Ein Übersichtsbericht dieser Exkursion ist unter unter http://www.lfl.bayern.de/ipz/gruenland/26206/index.php abrufbar. - U. Thumm (Uni Hohenheim) berichtete über die aktuellen Entwicklungen an der Rasen-Fachstelle Hohenheim. In der, an das Institut für Pflanzenbau und Grünland angegliederten Einrichtung werden Studenten in theoretischen als auch praktischen Bereichen wissenschaftlich ausgebildet. Ebenso fungiert sie als Forschungseinrichtung und Informationsplattform bei Fragen rund um den Rasen.
Die Vorträge der Tagung können im Tagungsband zu dieser Veranstaltung nachgelesen werden.
Bezug: Papierform Anfordern bei R.Rossberg@dlg.org
Als PDF im Internet wird der Tagungsband nach der Agritechnica verfügbar sein.
Bericht des Treffens vom 5./6. Dezember 2006 in Fulda,
Vortragstagung gemeinsam mit dem DLG-Ausschuss „Gräser, Klee und Zwischenfrüchte“
- 49 Teilnehmer -
Organisation: Dr. St. Hartmann, Weihenstephan
In der diesjährigen Fachtagung am traditionellen Ort wurden in bewährter Weise Züchtung und Anbau übergreifend Themen zu Ertrag und Krankeitsresistenz, zu Qualitätsaspekten und zudem auch zur aktuellen Frage des Biogaspotenzials von Futterpflanzen behandelt.
Züchtung und Sortenprüfung: Den Anfang machten St. Hartmann und Birgit Haringer mit einem Beitrag über die Vorteile der Wichtung von Boniturdaten aus Ausdauerprüfungen in bayerischen Grenzlagen des Deutschen Weidelgrases. Der Ausdauerindex (berücksichtigte Merkmale: Weidelgrasanteil, Dichtigkeit, Stand nach Winter, Fusariumresistenz und Rostresistenz) bringt in der gewichteten Form Vorteile mit sich und wird seit 2006 in Bayern angewendet. Nach Auffassung der Vortragenden ist die neue Verrechnung prinzipiell auf alle gleichartig erfassten Merkmale übertragbar, insoweit sie in ihrer Ausprägung und Differenzierung von äußeren Einflüssen abhängen, die nicht vom Versuchsansteller normiert werden können. - In einem schriftlich vorgelegten Beitrag referierte U. Posselt über die Entwicklung und Nutzung von Doppelhaploiden (DH) in der Gräserzüchtung. Mittels Antherenkultur können zunächst Haploide und nach spontaner oder colchizininduzierter Genomverdoppelung homozygote diploide Individuen entwickelt werden. Nachgewiesenermaßen war die Antherenkultureignung bei Welschem Weidelgras deutlich geringer als bei Deutschem Weidelgras, signifikant höher allerdings bei Festulolium und Wiesenschwingel. Die Untersuchungen wurden bis zu einem Leistungsvergleich synthetischer Sorten aus Klonen und DH-Linien getrieben und lieferten Hinweise auf ein erhebliches Leistungspotenzial, wenn die synthetischen Sorten aus nicht-verwandten DH-Linien aufgebaut worden waren. Zwingende Voraussetzung für die Nutzung von DH-Linien in der praktischen Züchtung ist die Verwendung von selbst-kompatiblem Ausgangsmaterial. - In einem Beitrag aus Nieder-Schlesien bewerteten Elzbieta Plaskowska, K. Wolski, K. Matkowski und H. Bujak die Gesundheit von deutschem Weidelgras im Sportrasen im Herbst und Winter. Insbesondere Schneeschimmel machte den geprüften Sorten des Deutschen Weidelgrases zu schaffen. Gleiches galt für den Erreger Limonomyces roseipellis, für den aber ebenso wie für Schneeschimmel Sortenunterschiede im Ausmaß des Befalls ermittelt werden konnten. - Über den derzeitigen Stand bei der Prüfung und Zulassung gentechnisch veränderter Sorten bei landwirtschaftlich bedeutsamen Arten einschließlich Futterpflanzen referierte Ch. Schiefer in umfassender Weise. Er behandelte dabei auch die Bewertung von Futtermitteln aus GVO-Mais sowie ein sächsisches GVO-Maisprojekt. - Auf europäischer Ebene hatte vom 3. bis 7. September 2006 die EUCARPIA-Sektion Futterpflanzen und Rasengräser in Perugia/Italien getagt. In seinem minutiösen Bericht stellte F. Hüttner die Inhalte der Vorträge dar, die in dieser Tagung vor allem dem Rahmenthema „Züchtung und Saatgutproduktion für die konventionelle und ökologische Landwirtschaft“ gewidmet waren.
Qualitätsaspekte: J. Thaysen präsentierte die Entwicklung der Grünlandreifeprüfung in Schleswig-Holstein als eines der erfolgreichsten Beratungsmodelle für den Futterbau der letzten Jahrzehnte. Die dabei getätigte Beschreibung der witterungsabhängigen Rohfaserentwicklung im Frühjahrsaufwuchs und die Vorhersage des optimalen Schnitttermins darf verständlicherweise weder die botanische Zusammensetzung des Grünlandbestandes noch die verwendete Sortenmischung unberücksichtigt lassen. Gerade der letztere Aspekt ist im Hinblick auf späte und tetraploide Sorten des Deutschen Weidelgrases in den vergangenen Jahren als Schleswig-Holsteinisches Spezifikum bearbeitet worden. - Häring, Suter und Lüscher verfolgten im Laufe der Entwicklung von Esparsette, Hornklee und Chicorée den Gehalt an kondensierten Tanninen als natürlichen Hemmstoffen von Magen-Darm-Parasiten der Wiederkäuer. Infolge des abnehmenden Masseanteils der Blätter an der Biomasse und zunehmenden Tanningehalts der Blätter im Entwicklungsverlauf – bei gleichzeitiger Invarianz der Tannine im Stengel – ergab sich keine nennenswerte Veränderung der Tannine während der Entwicklung dieser Arten. Insofern hat der Erntezeitpunkt keine Auswirkungen auf den Tanningehalt der untersuchten Leguminosenarten und ist ohne Bedeutung für die Optimierung des Erntezeitpunktes zugunsten einer Maximierung des anthelmintischen Tannineffektes im Wiederkäuer. - Die züchterische Verbesserung des Gehalts an verdaulicher Energie von Weidelgräsern für die Rinderfütterung geht bekanntlich verschiedene Wege: Anhebung der Verdaulichkeit der Zellwand oder des Gehalts an energiereichen, leicht verwertbaren Inhaltsstoffen des Zellsaftes. Letzteres betrifft insbesondere polymere Fruktoseverbindungen (Fruktane), deren Steigerung mit konventionellen Methoden der Züchtung wie auch mittels Transfer von Genen aus der Speisezwiebel angestrebt wird. Chr. Paul, Merle Alex und M. Sommer berichteten über die vollkommen entgegengesetzt zu bewertende Rolle der Fruktane in der Pferdefütterung. Laut Untersuchungen aus der letzten Dekade kommt den Fruktanen eine Schlüsselrolle bei der Auslösung der fütterungsbedingten Hufrehe zu. Gerade bei körperlich unterforderten Freizeitpferden führt die Überladung des Dickdarms mit den rasch fermentierbaren Fruktanen zu einer explosionsartigen Umschichtung der Mikrobenflora, zu einem Absinken des pH-Wertes (Acidose), zu einer Freisetzung von Endotoxinen und einer Blutgefäßverengung in den Vorderhufen. Extreme Schmerzhaftigkeit, Zerstörung des Hufbeinträgers und Ablösung der Hornwand können eine irreversible, hoffnungslose Situation zur Folge haben und letztlich eine Euthanasie der Tiere erforderlich machen. Die Herausstellung fruktanarmer Grasarten, wie Rotschwingel, Lieschgras und Wiesenfuchsschwanz, seitens der Zuchtfirmen sowie Beratungsangebote zur Minderung des Fruktangehalts auf Pferdeweiden, in Pferdeheu und Pferdesilage sind in der Pferdehaltung im Interesse des Tierschutzes dringend geboten.
Biogas: Eine gesonderte Runde von Vorträgen behandelte die energetische Nutzung von Futterpflanzen. Sie bietet Futterbaubetrieben eine dringend benötigte Einkommensalternative zur Rindviehhaltung und muss daher auch in der Futterpflanzenzüchtung stärkere Beachtung finden. Die Beiträge zum Einsatz von Zwischenfrüchten (A. Aigner) und Gräsern (F.-F. Gröblinghoff, N. Lütke-Entrup und Clara Berendonk) in Biogasfermentern belegten gleichermaßen, dass neben der Anbauwürdigkeit und Siliereignung auch das inherente energetische Potenzial für die rentable Fermentation zu Biogas von Bedeutung ist. Ferner rekapitulierte St. Hartmann die Inhalte des vielbeachteten Biogas-Workshops vom 9./10. März 2006 (siehe www.lfl.bayern.de/ipz/gruenland/18480/index.php), den die GFP in Weihenstephan ausrichtete.
Im Rahmen der internen Sitzung des DLG-Ausschusses wurde der gemeinsame, dringende Wunsch der Züchter (vertreten durch die GPZ AG 15) zu einer Zusammenlegung der bisher jährlich im letzten Quartal im Abstand von nur ca. 4 Wochen stattfindenden Veranstaltungen im Bereich der Futterpflanzenzüchtung von GFP, GPZ, FVG (Verein zur Förderung der Versuchstätigkeit im Grassamenbau) und DLG diskutiert. Gründe hierfür sind, dass die GPZ AG 15 und die Abt. Futterpflanzen der GFP zu einem hohen Grad personalidentisch zusammengesetzt sind und sich so Synergien nutzen lassen. Ein Abwenden der GPZ Mitglieder (ca. 15 Teilnehmer) von der DLG-Veranstaltung wäre hingegen für diese äußerst nachteilig. Nach intensiven Beratungen wurde unter Abwägung mehrerer Alternativen mit großer Mehrheit entschieden, 2007 gemeinsam eine zeitlich geschlossene Veranstaltungsreihe der entsprechenden Fachgruppen vom 05.11. bis 08.11 unter dem Thema „Züchtungsperspektiven und Saatgutproduktion bei Gräsern, Klee und Zwischenfrüchten“ am Standort Bonn zu organisieren.
(Ch. Paul, Braunschweig)
Bericht des Treffens vom 30. November 2005 in Fulda
Vortragstagung gemeinsam mit dem DLG-Ausschuss „Gräser, Klee und Zwischenfrüchte“
- ca.50 Teilnehmer -
Organisation: Dr. St. Hartmann, Freising
Seit ca. drei Jahren laufen Gespräche zwischen allen am Sortenversuchswesen beteiligten Gruppen. Hierbei wird der Bund vertreten durch das Bundessortenamt (BSA), die Dienststel-len der Länder durch den Verband der Landwirtschaftskammern (VLK) und den Bund deut-scher Pflanzenzüchter (BDP). Dieser Reformprozess umfasst alle Fruchtarten. Hartmann berichtete zum den aktuellen Stand für den Bereich der Futterpflanzen.
Kollegen aus Polen stellten das Sortenprüfwesen für Rasengräser ihres Landes und dessen Probleme dar. Für den Züchter kristallisierte sich rasch die nur ungenügend wirksamen Kontrollmechanismen zur Sicherung der Entlohnung des geistigen Eigentums am Saatgut besonders beim Nachbau heraus. Ergänzt wurde dieser Beitrag den Vortrag von Schiefer, über die Eindrücke, die bei der Fachexkursion des DLG-Ausschuss für Gräser, Klee und Zwischenfrüchte vom 18. bis 20. Mai 2005 nach Niederschlesien gewonnen wurden. So konnten die schwierige Situation der dortigen Gräserzüchtung und Vermehrung vor Ort in Augenschein genommen und mit heimischen Fachleuten diskutiert werden.
Willner berichtete aus den Ergebnissen einer Studie unter Federführung des IPK und Mitwirkung der deutschen Züchtungsfirmen zur phänotypischen Variabilität europäischer Sammelherkünfte (Wildformen und Ökotypen) aus Genbanken weltweit. Neben phänotypischen Merkmalen wurden auch molekulare Methoden zur Differenzierung der Genotypen Herangezogen und verglichen. Die erfassten Daten werden in die Datenbank der IPK-Genbank integriert und stehen somit den Züchtern zur Verfügung.
Zwei weitere Vorträge befassten sich mit den Teilprojekten einer deutsch-schweizerischen Zusammenarbeit zu einer Kartierungspopulation bei Welschem Weidelgras. Hierbei berichtete Kölliker (FAL Agroscop Schweiz) zur Identifizierung und Kartierung von Bakterienwelke-Resistenzgenen bei Welschem Weidelgras mittels molekularer Marker. Posselt (LSA Hohenheim Deutschland) trug die Ergebnisse aus der Identifizierung und Kartierung von Kronenrost-Resistenzgenen bei dieser Population vor. Es konnten QTL’s detektiert werden, die jeweils sehr hohe (Bakterienwelke) bis hohe (Kronenrost) Anteile der Varianz für diese Merkmale in der untersuchten Population erklären konnten. Eine Fortführung der Zusammenarbeit wird angestrebt.
Eickmeyer berichte vom 4th International Symposium on the Molecular Breeding of Forage and Turf einer Unterveranstaltung des XXth International Grassland Congress, die im Juli 2005 in Aberystwyth, Wales stattfand. In seinen Ausführungen wurden besonders die aktuellen Defizite in diesem Bereich des deutschsprachigem Raumes besonders im Vergleich mit der Aktivität in England, USA und Japan deutlich herausgestellt.
Im Rahmen dieser gemeinsamen Vortragstagung mit dem DLG-Ausschuss wurde auch dem plötzlichen Tod des langjährigen Ausschussvorsitzenden des DLG Ausschusses „Klee, Gräser und Zwischenfrüchte“ Eberhard Langels gedacht.
Die nächste Vortragstagung soll am 05.12.2006 wiederum in Fulda stattfinden.
Die o.g. Vorträge können als PDF-Datei über die DLG-homepage dlg.org, Stichwort: "Landwirtschaft – Ausschüsse" eingesehen werden.
(Direkter Link auf die Seite des Ausschusses „Gräser, Klee und Zwischenfrüchte http://www.dlg.org/de/landwirtschaft/fachgremien/graeser/index.html)
(St. Hartmann, Freising)
