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1. Biometrie, Bioinformatik 2. Züchtungstheorie 3. Cytogenetik, Chromosomenan. 4. Genomanalyse 5. Genetische Ressourcen 6. Ertrags- und Streßphys. 7. Resistenzzüchtung 8. Sorten- und Saatgutwesen 9. Geschichte der Pflanzenz. 10. Getreide 11. Mais 12. Rüben 13. Kartoffeln 14. Öl- und Eiweißpflanzen 15. Futterpflanzen, Gräser 16. Gemüse 17. Arznei- und Gewürzpflanzen 18. Zierpflanzen 19. Obst, Gehölze 20. GPZ Veranstaltungen

 

 

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12. Arbeitsgebiet: Rüben
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Ansprechpartner:

Prof. Dr. Bernward Märländer, Göttingen

 

Den Termin des nächsten AG-Treffens finden Sie unter "Neuigkeiten" im GPZ-Terminkalender! Hier finden Sie auch die aktuellen Programme der Veranstaltungen sowie Informationen zur Anreise, etc..

 

 

Bericht der Vortragstagung im Institut für Zuckerrübenforschung am 7. September 2006 in Göttingen

 

Leitung: Prof. Dr. B. Märländer, Göttingen

 

Das Institut für Zuckerrübenforschung (IfZ) an der Georg-August-Universität Göttingen hatte die Mitglieder der GPZ-AG zur diesjährigen 7. Göttinger Zuckerrübentagung eingeladen. Teilnehmer waren rd. 300 Personen aus Wirtschaft, Politik, Verbänden und Wissenschaft aus Deutschland sowie dem deutschsprachigen Ausland. Das Programm enthielt ein breites Spektrum von Vorträgen über aktuelle Forschungsergebnisse und ließ überdies viel Raum zur Diskussion. Die Schwerpunkthemen betrafen Bodenschutz, Leistungspotenzial, Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz. Außer den 11 Hauptvorträgen fand eine Podiumsdiskussion zum Ertragspotenzial von Zuckerrüben statt.


Bodenschutz ist zurzeit auf nationaler Ebene ein intensiv behandeltes Thema. Ziel eines vorsorgenden Bodenschutzes muss es sein, die Wirkung schwerer Maschinen insbesondere bei der Zuckerrübenernte zu verringern und damit negative Auswirkungen auf Bodenstruktur und Pflanzenwachstum zu verhindern. Das kann durch Weiterentwicklungen im Maschinensektor, aber auch durch die Erhöhung der Tragfähigkeit von Böden z.B. durch Umstellung auf pfluglose Bodenbearbeitung erreicht werden.


Die Ertragsleistung der Zuckerrübe liegt in Deutschland zurzeit bei etwa 10 Tonnen Zucker pro Hektar. Unter den veränderten Voraussetzungen der Zuckermarktreform muss es das Ziel sein, Mindererlöse durch höhere Erträge zu kompensieren. Da das physiologisch mögliche Ertragspotenzial bisher offenbar noch nicht ausgeschöpft ist, sollten weitere Leistungssteigerungen möglich sein. Die neue Zuckermarktordnung stellt aber auch an die Zuckerfabriken erhöhte Anforderungen hinsichtlich der Kapazitätsauslastung. Da aus Gründen des Bodenschutzes die Zuckerrübenernte bis Mitte November abgeschlossen sein soll, werden zukünftig die Lagerungszeiten bis zur Verarbeitung erhöht sein. Ergebnisse aus Forschungsprojekten am IfZ zeigen, dass eine längere Lagerung bei entsprechendem Management auch ohne Ertragsverluste möglich ist und damit eine effiziente und umweltschonende Verarbeitung in der Zuckerfabrik si chergestellt werden kann.


Rübenertrag und -qualität sind durch eine Vielzahl von Krankheiten bedroht. Zunehmend verursacht die Späte Rübenfäule Ertragsverluste im deutschen Zuckerrübenanbau. Fruchtfolgeversuche zur Resistenz von Zuckerrüben gegenüber dem Rhizoctonia-Erreger als Grundlage einer integrierten Kontrolle ergaben deutliche Effekte von Sortenwahl und Fruchtfolge auf die Befallsausprägung. Anschließend wurde in einem Überblick über die Pathogenität verschiedener geographischer Herkünfte des Rizomaniavirus die derzeitige Problematik aufgezeigt: Die Krankheit, die augenblicklich über natürliche Resistenzen erfolgreich kontrolliert ist, birgt für die europäische Zuckerproduktion weiterhin Gefahren, weil die verfügbaren partiellen Resistenzen eine Infektion mit dem Virus sowie seinem pilzlichen Vektor nicht verhindern und deshalb eine Ausbreitung der Krankheit ermöglichen. Wegen des gro&szl ig;flächigen Anbaus von resistenzgenetisch uniformem Sortenmaterial befürchtet man das Auftreten von resistenzüberwindenden Isolaten.


Chemischer Pflanzenschutz bietet die Möglichkeit, Produktqualität und Erträge zu sichern. Der Zuckerrübenanbau ist durch einen vergleichsweise sehr geringen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ausgezeichnet, da Krankheiten und Schädlinge zum großen Teil durch gezielte Resistenzzüchtung reguliert werden. Im Programm der Bundesregierung zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln wird dennoch eine weitere Verringerung des Einsatzes gefordert. Dem entsprechen Konzepte eines umweltverträglichen Pflanzenschutzes, die sich auf Sortenresistenzen und Schadensschwellen stützen.


Unter den Teilnehmern der Tagung waren Vertreter aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette des Lebensmittels Zucker: Zuckerunternehmen, Unternehmen der Pflanzenzüchtung, Hersteller von Pflanzenschutzmitteln, Düngemitteln und Landmaschinen, Vertreter aus Rübenanbauerverbänden, Arbeitsgemeinschaften, Fachpresse sowie Fachberater aus anderen Institutionen. Mit der Göttinger Zuckerrübentagung bot das IfZ erneut ein interessantes Forum des Wissensaustauschs. Unter den veränderten Bedingungen der neuen Zuckermarktordnung kommt diesem besondere Bedeutung zu, um eine umwelt- und verbraucherfreundliche sowie rentable Produktion von Zuckerrüben und Zucker auch weiterhin gewährleisten zu können.

(Stephanie Kluth, Göttingen)

 

 

Bericht der 5. Göttinger Zuckerrübentagung am 5. September 2002 in Göttingen

 

Organisation: Institut für Zuckerrübenforschung (IfZ), Göttingen

 

Die Mitglieder der GPZ-AG waren in diesem Jahre zur Teilnahme an der 5. Göttinger Zuckerrübentagung eingeladen. Das Programm war am ersten Halbtag mit Beiträgen zu einer nachhaltigen Zuckerrübenproduktion (bodenschonendere Bearbeitung, geringere Stickstoffdüngung, gezieltere Anwendung von Pflanzenschutzmitteln) sowie zur Qualität des Rohstoffs Zuckerrübe (Umweltabhängigkeit, Probleme der Messmethoden zur Qualitätsbewertung) breit gefächert.


Für die züchterisch interessierten Teilnehmer war der zweite Halbtag von besonderem Interesse, der ganz im Zeichen der Regulierung von Pflanzenkrankheiten stand. Aus dem IfZ wurde über den Stand der Forschung bei der Späten Rübenfäule berichtet. Bei massivem Auftreten kommt es bei dieser Pilzkrankheit zu drastischen Ertrags- und Qualitätsverlusten. Betroffen sind in Deutschland mit steigender Tendenz zur Zeit über 2% der Zuckerrüben-Anbaufläche, was immerhin rd. 10.000 ha entspricht. Bisher fehlen wirksame direkte Bekämpfungsverfahren und die einzige Möglichkeit, Verluste zu vermindern, ist der Anbau einer resistenten Sorte. Berichtet wurde von Forschungsarbeiten über den Einfluß der Vorfrucht (insbesondere Mais) sowie der Bodenbearbeitung und Stickstoffdüngung. Zudem werden verschiedene geographische Herkünfte des Schadpilzes molekulargenetisch charakterisiert.


Blattfleckenkrankheiten, die an Zuckerrübenblättern von verschiedenen Pilzen hervorgerufen werden können, sind demgegenüber durch Fungizide bekämpfbar; darüber informierte ein weiterer Vortragskomplex. Dr. Ladewig, IfZ, beschrieb den großen Aufwand, der betrieben wird, um in den amtlichen Sortenprüfungen fundierte Informationen über die Anfälligkeit oder Toleranz der Pflanzen gegenüber verschiedenen Krankheiten zu gewinnen. Nicht alle Krankheiten, auf die geprüft werden muß, treten am Prüfort auch regelmäßig auf. Deshalb werden Sortenprüfungen zum Teil in Abstimmung mit dem Bundessortenamt auch künstlich infiziert; dieses geschah in den letzten Jahren erfolgreich vor allem für Cercospora.


Dr. Mittler (IfZ) erläuterte, dass, um eine prophylaktische Ausbringung von Fungiziden zu vermeiden, an verschiedenen Standorten je nach Befall sehr verschiedene Strategien wirksam sein können. In einem mehrjährigen Forschungsprojekt werden dazu die Anfälligkeit der angebauten Sorte, das gewählte Fungizid und dessen Ausbringungszeitpunkt in ihrer Beziehung zum Krankheitsverlauf untersucht.


Über die Entwicklung von Modellsystemen für eine computergestützte Prognose des Verlaufs von Blattkrankheiten der Rübe berichtete Dr. Jörg von der Landesanstalt für Pflanzenbau und Pflanzenschutz in Mainz. Indem Wetterprognosen in die Modelle einbezogen werden, kann dem Landwirt zukünftig via Internet nicht nur gesagt werden, ob es für seine Flächen ein Befallsrisiko gibt. Es können auch gezielte Empfehlungen zu einer an Schadensschwellen ausgerichteten Behandlung und Ratschläge gegeben werden, ob eine Bekämpfung nötig ist und wann ggf. ein Pflanzenschutzmittel am nutzbringendsten ausgebracht wird.

 

(Dr. Nicol Stockfisch, IfZ Göttingen)